Abgeschickt von Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 13 August, 2002 um 22:18:24:
Die Strahlung von Mobiltelefonen löst bei Gro Harlem Brundtland, Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Kopfschmerzen aus
Die Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und frühere norwegische Ministerpräsidentin, Gro Harlem Brundtland (62), bekommt jedes mal Kopfschmerzen, wenn sie mit dem Handy telefoniert. Und damit nicht genug: Menschen in ihrer Nähe müssen ihr Handy ausschalten, um bei ihr keine Beschwerden auszulösen.
„Es ist sind nicht die Töne, sondern die Wellen, auf die ich reagiere. Meine Übersensibilität geht so weit, dass ich sogar auf Handys reagiere, die näher als vier Meter zu mir sind,“ erklärt Gro. Als wir mit ihr in „Helsetilsynet“ in Oslo in ihrem Büro sitzen, fragt sie, ob ein eingeschaltetes Handy im Raum ist. Sie stellt nämlich fest, dass sie leichte Kopfschmerzen bekommen hat. Das Handy des Photographen war in seiner Jackentasche nur eingeschaltet.
Die frühere norwegische Ministerpräsidentin hatte niemals selbst ein Mobiltelefon, sie hat aber oft von Handys naher Mitarbeiter Gespräche geführt. Sie sagt jetzt, es gebe gute Gründe mit dem Gebrauch von Mobiltelefonen vorsichtig zu sein.
„Am Anfang spürte ich eine lokale Erwärmung um mein Ohr. Aber die Abneigung wurde schlimmer und veränderte sich in ein starkes Unwohlsein und Kopfschmerzen jedes mal, wenn ich ein Mobiltelefon benutzte,“ sagte Gro. Sie dachte, sie könnte den Schmerzen mit kürzeren Gesprächen entgehen, aber es half nicht.
Es half auch nicht, dass sie selbst ganz aufhörte Handys zu benutzen. Heute ist es ein Hilfsmittel, das jeder benutzt, auch an ihrem Arbeitsplatz in der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.
„Nach einer Weile spürte ich, dass ich eine Sensibilität gegenüber der Strahlung entwickelt hatte. Damit niemand denkt, dass ich hysterisch sei - oder damit niemand denken könnte, das wäre nur etwas, was ich mir einbilden würde - habe ich mehrere Versuche gemacht: Leute kamen in mein Büro, die ihr Handy in der Tasche versteckt hatten. Ohne dass ich wusste, ob es ein - oder ausgeschaltet war, haben wir meine Reaktionen getestet. Ich habe immer reagiert, wenn das Gerät eingeschaltet war, niemals wenn es ausgeschaltet war. So gibt es daran keinen Zweifel.“
Frage: „Was ist mit Computern?“
„Wenn ich einen Laptop halte um den Text auf dem Bildschirm zu lesen, ist es, als ob ein Elektroschock durch meine Arme ginge.“ Die Kopfschmerzen, die durch die Mobilfunkstrahlung verursacht werden, halten etwa noch eine halbe bis eine Stunde an, nachdem sie dem Einfluss der Strahlung ausgesetzt war.
Sie kann auch keine schnurlosen Telefone ertragen.
Von schnurlosen Telefonen, die mehr und mehr in Haushalten benutzt werden, sagt man, dass die Strahlung stärker sei als die von Mobiltelefonen, weil es bei DECT-Telefonen keinen Stromsparmodus gibt. Gro kann diese Telefone auch nicht ertragen. „Ich bekomme sofort Beschwerden, wenn ich ein solches Telefon berühre.“
Bis vor kurzem haben Wissenschaftler und Ärzte die Elektrosensibilität ignoriert. Die Norwegische Vereinigung Elektrosensibler hat den Widerstand als so stark empfunden, dass sie ihre Aktivitäten aufgegeben habe. (Anm.: Sie haben allerdings gerade wieder begonnen.)
„Aber ich bin davon überzeugt, dass man dieses Problem erst nehmen muss. Einige Menschen entwickeln eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Strom und der Strahlung von Geräten wie Mobiltelefonen oder Computern.
Ob dieses Sensibilität zu weiteren Gesundheitsbeeinträchtigungen, wie Krebs oder andere Erkrankungen führen kann, wissen wir noch nicht. Aber ich denke, wir sollten dem Vorsorgeprinzip folgen, besonders im Hinblick auf unserer Kinder!“.
Frage: „Raten sie vom Gebrauch von Mobiltelefonen ab?“
„Wir haben nicht genug wissenschaftliche Erkenntnisse um eine klare Warnung auszusprechen. Es ist z.B. nicht eindeutig anerkannt, dass die Strahlung Hirntumore auslösen kann. Die WHO arbeitet an einer großen Studie, und in zwei bis drei Jahren werden bessere Antworten auf all diese Fragen haben.
Aber ich verstehe die Wissenschaftler, die warnen. Wir haben Gründe vorsichtig zu sein und Handys nicht mehr als notwendig zu benutzen. Und je jünger man ist, um so mehr Gründe gibt es dieses Problem ernst zu nehmen. Ich denke, man sollte dem Vorsorgeprinzip folgen,“ sagt Gro Harlem Brundtland.