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Jetzt sind zwei Mädchen verschwunden |
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Meldung vom 30.06.2001 09:52 |
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Achtjährige im hessischen Biebertal vermisst Gießen (dpa) - Seit gestern Abend wird in
Biebertal bei Gießen eine Schülerin vermisst. Die achtjährige Julia wurde
zuletzt auf einem Spielplatz gesehen, wie die Polizei mitteilte. Das Mädchen
ist zirka 1 Meter 30 groß, schlank und trägt blonde, mittellange Haare.
Bekleidet ist sie mit einem weißen T-Shirt und einem pinkfarbenen Badeanzug. |
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Meldung vom 30.06.2001 11:23 |
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Achtjähriges Mädchen im hessischen Biebertal vermisst Gießen (AP) Im hessischen Biebertal bei Gießen wird seit Freitagnachmittag
ein achtjähriges Mädchen vermisst. Wie die Gießener Polizei am Samstag
mitteilte, verschwand die kleine Julia nach einem Besuch auf dem Spielplatz.
Eine groß angelegte Suche sei eingeleitet worden. Julia war mit einem pinkfarbenen Badeanzug und einem weißen
T-Shirt mit «Dalmatiner»-Bild bekleidet. Sie hat schulterlange blonde Haare
mit Pony-Schnitt und ist etwa 1,30 Meter groß. |
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Meldung vom 01.07.2001 14:31 |
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Noch keine Spur von Julia und Adelina 500 Helfer in Biebertal im Einsatz -
Sonderkommission «Adelina» - Appell der Mutter Bremen/Gießen (AP)
Trotz intensiver Suche hatte die Polizei in Hessen und Bremen am
Sonntag noch keine Spur der beiden verschwundenen Mädchen Julia und Adelina.
Im hessischen Biebertal suchten 500 Polizisten, Feuerwehrleute und
Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks nach der achtjährigen Julia. Bei der
zehn Jahre alten Adelina aus Bremen konzentrierten sich die Ermittlungen auf
die Großwohnanlage, in der das Mädchen am Donnerstag zuletzt gesehen wurde,
sowie auf das familiäre Umfeld. «Die
Spur des Kindes verliert sich in diesem Haus», sagte ein Bremer
Polizeisprecher. Dort wohnt Adelinas Urgroßvater, bei dem das Mädchen
Lebensmittel für die an Grippe erkrankte Mutter geholt hatte. Der Leiter des
Führungsstabes, Klaus Plenge, erklärte, man versuche außerdem, Kontakt zum
Vater des aus Russland stammenden Kindes aufzunehmen. Dieser sei in seinem
Wohnort in Sibirien nahe der chinesischen Grenze aber zurzeit nicht
anzutreffen. Adelinas Mutter
appellierte in deutscher und russischer Sprache an die Öffentlichkeit und
«die Menschen, die dies vielleicht getan haben». Den Tränen nahe, sagte die
27-jährige Oksana Zargarowa: «Ich habe ein Teil von mir verloren.» Sie bitte
mögliche Zeugen, sich zu melden. «Jede einzelne Kleinigkeit kann helfen»,
erklärte Zargarowa, die zurzeit von einem Psychologen betreut wird. Die Polizei hat nach eigenen Angaben nach
wie vor keine viel versprechenden Hinweise. Jetzt müsse sich der Schwerpunkt
von der Suche auf die Ermittlungstätigkeit verlagern, sagte Einsatzleiter
Hans-Jürgen Rippe. Am Montag nimmt eine «Sonderkommission Adelina» mit
mindestens 30 Beamten, darunter auch ein Psychologe, die Arbeit auf. Die Fahndung
und vor allem die Befragungen in der Nachbarschaft laufen aber weiter, wie
Polizeisprecher betonten. Seit dem
Verschwinden des Mädchens am Donnerstagabend hatten Hunderte Beamte, zum Teil
mit Hunden, den Stadtteil und die Umgebung bis ins angrenzende Niedersachsen
durchkämmt, Teiche und Entwässerungskanäle abgesucht. Auch Hubschrauber mit
Wärmebildkameras wurden eingesetzt. «Wir haben jeden Stein drei bis vier Mal
umgedreht. Wir können sicher sein, dass das Mädchen in diesem Gebiet nicht
aufzufinden ist», sagte Plenge. Die
Staatsanwaltschaft setzte für sachdienliche Hinweise 3.000 Mark Belohnung
aus. Sie setzte ihre Hoffnung nun auf ein neues Fahndungsplakat. Dieses zeigt
neben einer Fotomontage des Kindes den Anhänger seines Schlüsselbundes, den
Schirm und die Lebensmittel, die Adelina bei sich hatte. Bisher 90 Hinweise im Fall Julia Bei der Suche nach Julia aus Biebertal
gingen bis zum Sonntagnachmittag etwa 90 Hinweise ein, darunter aber keine
heiße Spur, wie Polizeisprecher Gerald Frost sagte. Das Mädchen mit
schulterlangen blonden Haaren wurde zuletzt am Freitag auf einem Spielplatz
in Rodheim-Bieber gesehen. Die Fahndung konzentrierte sich auf zwei Autos,
die in der Ortschaft gesehen worden waren. Dabei handelte es sich um einen
schwarzen Mercedes sowie einen weißen Kombi.
Julias Eltern würden psychologisch betreut, sagte Frost. In der
Familie gebe es auch einen Pfarrer, der sich um sie kümmere. Julias Vater
wollte sich am Nachmittag (15.00 Uhr) mit einem Appell an die Öffentlichkeit
wenden. |

"Julia ist unser Ein und Alles. Gib uns bitte Julia zurück", sagte der Vater des Mädchens aus Hessen. Aber auch von der Achtjährigen (Bild) aus Biebertal gibt es noch keine Spur: "Wir hoffen, das Mädchen lebend zu finden", sagte ein hessischer Polizeisprecher. Rund 1.100 Polizeibeamte und Rettungskräfte durchkämmten die Umgebung rund um den Spielplatz, auf dem die kleine Julia am Freitagnachmittag zuletzt gesehen worden war. Bei der Suche waren auch Hubschrauber im Einsatz.
Mehr als 100 Hinweise hat die Polizei in den vergangenen zwei Tagen erhalten - danach ist Julia angeblich in der ganzen Bundesrepublik gesehen worden. Allerdings: Ein schwarzer Mercedes sowie ein weißer Kombi soll gesehen worden sein und sich im Laufe des Freitags "in verdächtiger Weise" in der Nähe des Spielplatzes aufgehalten haben. Die verzweifelten Eltern werden von zwei psychologisch geschulten Kriminalbeamten und von Verwandten betreut.
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Meldung vom 01.07.2001 16:51 |
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Keine Spur von Adelina und Julia Biebertal/Bremen (dpa) - Von den beiden
vermissten Mädchen Adelina und Julia aus Bremen und Hessen fehlte auch am
Sonntag noch jede Spur. Trotz intensiver Fahndungs- und Sucharbeit mit
Hunderten von Polizisten hatten die Ermittler keine konkreten Hinweise, ob
der zehnjährigen Adelina oder der acht Jahre alten Julia etwas zugestoßen
ist. «Wir hoffen, das Mädchen lebend zu finden», sagte ein hessischer
Polizeisprecher. Die Bremer Polizei wollte im Fall Adelina weder ein Unglück
noch ein Verbrechen ausschließen. Adelinas Mutter und der Vater der kleinen
Julia richteten dramatische Appelle an die Öffentlichkeit. «Julia ist unser
Ein und Alles. Gib uns bitte Julia zurück», sagte der Vater des Mädchens aus
Hessen. Die Mutter der verschwundenen Adelina bat am Sonntag um Hilfe bei der
Suche nach ihrer Tochter. «Melden Sie sich bitte, alles kann helfen,» sagte
sie vor laufenden Fernsehkameras. «Wenn du mich jetzt siehst und hörst: Ich
bin in Gedanken bei dir», richtete sie sich direkt an ihre Tochter. Das
Mädchen war am Donnerstag auf dem Weg von ihrem Urgroßvater ins Elternhaus
verschwunden. Ein neues Fahndungsplakat zeigt das Mädchen sowie mehrere
Gegenstände, die Adelina zuletzt bei sich trug. Am Montag soll eine
30-köpfige Sonderkommission die Ermittlungen fortsetzen. Sie will in
Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt auch Kontakt zu dem leiblichen Vater
des Kindes herstellen. Der Mann lebt in einem sibirischen Dorf nahe der
chinesischen Grenze. Zur Tatzeit soll er sich aber dort nicht aufgehalten
haben. Auffällig ist nach Polizeiangaben, dass niemand das Kind beim
Verlassen des Hochhauses gesehen hat, in dem sie ihren Urgroßvater besucht
hatte. «Der Fall bleibt mysteriös. Wir sind in zwei Tagen 60 Hinweisen
nachgegangen, die alle nicht verwertbar waren», sagte Polizeisprecher
Hans-Jürgen Rippe. Im mittelhessischen Biebertal durchkämmten 1100 Polizisten
und Rettungskräfte die Umgebung rund um einen Spielplatz, auf dem die kleine
Julia am Freitagnachmittag zuletzt gesehen worden war. Bei der Suche waren
auch Hubschrauber und Hunde im Einsatz. Mehr als 100 Hinweise hat die Polizei
in den vergangenen zwei Tagen erhalten - danach ist Julia angeblich in der
ganzen Bundesrepublik gesehen worden. Die verzweifelten Eltern werden von
zwei psychologisch geschulten Kriminalbeamten und von Verwandten betreut.
Ersten Hinweisen zufolge war ein schwarzer Mercedes sowie ein weißer
Pkw-Kombi gesehen worden, die sich im Laufe des Freitags «in verdächtiger
Weise» in der Nähe des Spielplatzes aufgehalten haben sollen. Nachdem die
Eltern das Fehlen ihres Kindes bemerkt und sich zunächst selbst auf die Suche
gemacht hatten, informierten sie am späten Abend die Polizei. Auch im Fall
der seit fast zwei Monaten verschwundenen neun Jahre alten Peggy aus dem
oberfränkischen Lichtenberg tappten die Ermittler am Sonntag weiter im
Dunkeln. Seit Anfang Mai gingen 2100 Hinweise bei der Sonderkommission der
Polizei in Hof ein. Eine greifbare Spur haben die Ermittler jedoch noch
nicht. |
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Meldung vom 02.07.2001 16:23 |
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Verbrechen im Fall Julia und Adelina immer wahrscheinlicher Mädchen weiter spurlos verschwunden -
Vergebliche Suche in Höhlen und Bunkern - Zusammenhang mit Fall Johanna? Biebertal/Bremen (AP) Da von den vermissten Mädchen Julia und
Adelina weiterhin jede Spur fehlt, erhärtet sich der Verdacht auf Verbrechen.
Rund um Biebertal bei Gießen durchsuchte die Polizei am Montag vergeblich
Erdhöhlen und Bunker auf der Suche nach Hinweisen über die achtjährige Julia.
Von ihr fehlte ebenso wie von der zehn Jahre alten Adelina in Bremen auch nur
die kleinste Spur. Adelina wird seit Donnerstag, Julia seit Freitag
vermisst. Bis zum Nachmittag brachte
die Suchaktion von rund 350 Mann - 300 Polizisten und 50 Feuerwehrleute - in
der Umgebung von Biebertal die Polizei nicht weiter. Ortskundige hatten die
Suchmannschaften zu Höhlen und Bunkern geführt, in denen Julia hätte
versteckt sein können. Wie Polizeisprecher Gerald Frost sagte, wurde über das
weitere Vorgehen noch nicht entschieden. Mit dem Verschwinden Julias beschäftigt
sich eine aus 14 Beamten bestehende Sonderkommission. Die Beamten überprüften auch der Polizei
bekannte Sexualstraftäter - zunächst ohne Ergebnis. Aus der Bevölkerung
gingen rund 250 Hinweise ein; darunter sei aber keine heiße Spur, betonte
Frost. Auch den beiden Fahrzeugen, nach denen in dem Fall gesucht werde, sei
man nicht näher gekommen. Dabei handelte es sich um einen schwarzen Mercedes
und einen weißen Pkw Kombi. Ein
Zusammenhang mit dem Mord an der achtjährigen Johanna Bohnacker werde überprüft,
sagte Frost. «Konkrete Anhaltspunkte haben wir aber nicht.» Johanna war 1999
im hessischen Ranstadt-Bobenhausen verschwunden und sieben Monate später tot
an der Autobahn Frankfurt-Kassel in der Nähe der Raststätte Berfa gefunden
worden. Von dem Täter fehlt bis heute jede Spur. In Bremen kam am Vormittag die aus 30 Beamten bestehende
Sonderkommission «Adelina» zusammen. Inzwischen seien rund 100 Hinweise aus
der Bevölkerung eingegangen, sagte ein Sprecher. Eine erkennbar heiße Spur
sei aber nicht darunter. Erneut verteilten Polizisten Fahndungsflugblätter
und befragten Anwohner. Zudem setzten sie die Durchsuchung der Großwohnanlage
fort, in der das Mädchen zuletzt gesehen worden war. Inzwischen hätten die
Beamten fast alle Wohnungen in dem gewaltigen Block gesehen, sagte der
Sprecher. Ein Schwerpunkt der Ermittlungen liege auch auf dem familiären
Umfeld. Adelina ist das Kind aus
Russland stammender Deutscher und wohnt seit drei Jahren mit der Mutter in
der Bundesrepublik. Ihr leiblicher Vater lebt in Russland; die Polizei
versuchte bisher vergeblich, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Auch Peggy aus Oberfranken weiter
vermisst Auch von der
neunjährigen Peggy aus Oberfanken fehlt zwei Monate nach ihrem Verschwinden
weiter jede Spur. Die Sonderkommission habe inzwischen die Hälfte der 2.100
Hinweise abschließend bearbeitet, sagte ein Sprecher der Polizei in Hof. Es
gebe keine neuen Erkenntnisse. Peggy war am 7. Mai auf dem Heimweg von der
Schule in Lichtenberg verschwunden. |
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Meldung vom 03.07.2001 16:19 |
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Suche nach Julia in Hessen eingestellt Biebertal/Bremen (dpa) - Vier Tage nach
dem Verschwinden der kleinen Julia aus dem mittelhessischen Biebertal ist die
Suche nach dem vermissten Kind am Dienstag vorerst eingestellt worden. Bisher
gebe es keine heiße Spur von dem Mädchen, die Ermittlungen steckten in der
Sackgasse, teilte die warteten am Dienstag im Fall der seit vergangenen
Donnerstag vermissten Adelina mit Spannung auf Nachrichten aus Moskau über
den Vater des Mädchens. Sie war am Donnerstag auf dem Weg von ihrem
Urgroßvater ins Elternhaus nicht bei ihrer Mutter angekommen. Die achtjährige
Julia war zuletzt am Freitagnachmittag auf ei 1100 Einsatzkräfte und mehrere
Suchhundestaffeln beteiligten sich in den vergangenen Tagen an der Suche.
«Wir hören mit einem unguten Gefühl auf, aber wir haben alles
Menschenmögliche getan, um Julia zu finden», sagte Polizeisprecher Kurt
Maier. Es gebe nur ein geringes Restrisiko, dass in dem unübersichtlichen
Gelände um Biebertal Spuren übersehen worden seien. Daher werde die Suche
nicht ganz eingestellt, sondern in den nächsten Tagen «punktuell»
fortgesetzt. Die Polizei habe mehr als 300 Hinweise verfolgt, die meisten
davon seien jedoch «wachsweich» gewesen. Die Bremer Sonderkommission erhofft
sich von den russischen Behörden Auskünfte über den Vater Adelinas. Der Mann,
der von der in Deutschland lebenden Mutter geschieden ist, soll sich zum
Tatzeitpunkt nicht in seinem Dorf im russisch-chinesischen Grenzgebiet
aufgehalten haben. «Das könnte eine ganz wichtige Spur sein», sagte ein
Polizeisprecher. Allerdings habe der Vater in den vergangenen zwei Monaten
kein Einreisevisum nach Deutschland beantragt. Das Ermittlungsersuchen an
Russland in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und Interpol könne sich
aber langwierig gestalten. Die Ermittler bekamen bislang 150 Hinweise aus der
Bevölkerung. |
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Mittelhessen: Verbrannte Kinderleiche gefunden |
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05.07.2001,
08:49
Vermisst Julia - Ergebnisse der DNA-Analyse
am Vormittag
Die Obduktion ergab bisher,
dass die Tote sieben bis neun Jahre alt war.
Die Polizei wird unterdessen am Morgen die Spurensuche am Fundort der Leiche fortsetzen,
wie ein Sprecher in Gießen am Morgen auf ddp-Anfrage mitteilte. Das Mädchen war
Dienstagnacht bei einem brennenden Holzstapel in einem Waldstück entdeckt
worden. Es starb an schweren Kopfverletzungen. Von dem Mörder des Kindes fehlt
nach Polizeiangaben bislang noch jede Spur. Auch Zeugenberichte über Personen
mit Brandverletzungen seien noch nicht eingegangen. Die Ermittler gehen davon
aus, dass sich der Täter beim Anzünden des Holzes «mit hoher
Wahrscheinlichkeit» verletzt hat.
Das Schicksal von Adelina aus Bremen bleibt derweil eine Woche nach ihrem
Verschwinden ungewiss. Die Zehnjährige sei weiter spurlos verschwunden,
berichtete die Polizei am Morgen. Adelina war zuletzt am vergangenen
Donnerstagnachmittag von ihrem Urgroßvater in Bremen gesehen worden.
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Nach Einschätzung von
Experten gebe es auch 14 Tage nach dem Verschwinden des Mädchens noch gute
Chancen, den Täter zu finden. "Wenn der Wille da ist, kann man sogar an
dem Holzstapel alle möglichen Fingerabdrücke von Leuten nachweisen, die das
Holz jemals in der Hand gehabt haben", betonte Polizei-Psychologe Adolf
Gallwitz. |
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Die Zahl
der Hinweise aus der Bevölkerung sei inzwischen auf 1.300 gestiegen, sagte
ein Polizeisprecher. Bisher gebe es allerdings keine heiße Spur. Daher hoffte
die Soko 'Julia' noch Näheres über den dunklen Kombi zu erfahren, der vor dem
Waldstück geparkt war, in dem die Leiche des Mädchens gefunden wurde. Die
acht Jahre alte Julia war vor rund zwei Wochen von einem Spielplatz im
mittelhessischen Biebertal verschwunden. Vier Tage später wurde ihre Leiche
in der Nähe von Niddatal gefunden. |
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Meldung vom 15.07.2001
12:44 |
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Gießen (AP) Nach dem Fahndungsaufruf
im Fernsehen verfolgt die Polizei im Mordfall Julia mehr als 100 neue
Hinweise. Darunter ist auch eine Namensnennung. Den Tipps und Zeugenberichten
werde nun nachgegangen, sagte der Gießener Polizeisprecher Gerald Forst am
Sonntag. Ins Visier geriet zudem der Fahrer eines dunklen Kombis, der am Tag
nach dem Mord in einer Apotheke in Solms-Oberndorf eine Salbe für
Verletzungen gekauft habe. Die
Wunde stammte angeblich von einem Fahrradsturz, hätte aber auch eine
Brandverletzung sein können. Nach Angaben der Polizei war der Mann etwa 25
bis 30 Jahre alt, schlank, hatte dunkelblonde, kurze Haare und trug ein
helles T-Shirt und dunkle Hosen. Er hielt sich zwischen 10.00 Uhr und 10.15
Uhr in der Apotheke auf. Die Polizei sucht nach weiteren Zeugen. Nach
der ZDF-Sendung «Aktenzeichen...XY ungelöst» hatten sich viele Zeugen
gemeldet, die den gesuchten blauen Kleinlastwagen im Rhein-Main-Gebiet
gesehen haben. Allerdings handelte es sich dabei leider meist um ein
ähnliches Fahrzeug der selben Firma, wie Forst sagte. Auch der gesuchte
Daimler-Benz-Laster vom Typ L 508 mit grauer Plane und der Aufschrift
«Music-Hall Central Friedberg» sei offenbar gesehen worden, aber an weit auseinander
liegenden Punkten. Nun werde ein Bewegungsbild erstellt. Der
Laster war nach Angaben der Polizei in der Nacht vor dem Verschwinden der
zehnjährigen Julia aus Biebertal nicht weit vom späteren Fundort der
verbrannten Leiche gestohlen worden. Er hatte Müll geladen, der 100 Meter
neben Julias Leiche gefunden worden war, wie ein Polizeisprecher am
Freitagabend in der ZDF-Sendung sagte. Nach
wie vor fehle auch jede Spur von einem blauen Plastikrucksack mit
Donald-Duck-Motiv, den Julia getragen habe, sagte der Sprecher weiter.
Vermutlich waren zwei Wasserspritzpistolen darin. Aufschluss erhofft sich die
Polizei auch von Händlern, die Handschellen der Machart vertreiben, von denen
Überreste am Leichenfundort entdeckt wurden. Es handele sich um ein
Massenprodukt aus Taiwan. Die
Gießener Staatanwaltschaft hat für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters
führen, eine Belohnung von 50.000 Mark ausgelobt. Julia war am 29. Juni im
hessischen Biebertal verschwunden, ihr verbrannter Leichnam war am 4. Juli
gefunden worden. Eine Sonderkommission mit 31 Beamten arbeitet an dem Fall. |
Verdächtiger
trug Latexhandschuhe
Der
bei einer Explosion im Keller seines Hauses schwer verletzte Mann steht damit
unter dringendem Tatverdacht. Nach Hübners Worten befinden sich unter den
Gegenständen, die in der Nähe des Leichenfundorts gefunden wurden, ein Paar
Latexhandschuhe, die von dem 33-Jährigen getragen wurden, zudem Faserspuren und
Stofffetzen, die aus der Wohnung des Tatverdächtigen stammen.
Noch nicht
vernehmungsfähig
Der Beschuldigte liegt seit der Explosion in seinem Wohnhaus am 6. August mit
schwersten Verletzungen in einer Kölner Unfallklinik. Er ist nach wie vor nicht
vernehmungsfähig. Die Motive der Tat sind nach wie vor unklar.
Leiche wurde
verbrannt
Julia war am 29. Juni in ihrem Heimatort Biebertal nach einem Besuch auf einem
Spielplatz verschwunden. Die Leiche der Achtjährigen wurde in der Nacht zum 4.
Juli im Wald von Niddatal rund 40 Kilometer von Biebertal entfernt gefunden.
Der Täter hatte versucht, die Leiche des Mädchens auf einem Holzstoß zu
verbrennen.
Motiv noch
unklar
Stand der
Ermittlungen
Die
Ermittlungsbehörden sehen nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen in dem
33-jährigen Nachbarn der ermordeten Julia mit größter Wahrscheinlichkeit den
Mörder. Dennoch ist nach wie vor einiges unklar - zum Beispiel: Warum hat er
das getan?
"Stumpfe
Gewaltanwendung"
Zweifelsfrei geklärt ist für den Ermittler Michael Pfendesack bislang nur die
Todesursache durch "stumpfe Gewalteinwendung" auf den Kopf des
Mädchens. Für ein Sexualdelikt gibt es dagegen keine Hinweise. Der mutmaßliche
Mörder der kleinen Julia ist nach Einschätzung der Ermittler dennoch so gut wie
überführt.
Gentest an
Handschuhen
Die Hauptbeweismittel dabei sind: ein Paar Latexhandschuhe und eine
Wasserpistole. Die Handschuhe wurden in der Nähe des Leichenfundortes entdeckt
und gehören einem Gentest zufolge höchstwahrscheinlich dem Verdächtigen. Mit
den Handschuhen sei neben Fasern aus dem Haus des Mannes auch eine
Wasserpistole gefunden worden. Sie soll die gleiche Farbe und Größe wie die
Wasserpistole haben, die Julia bei ihrem Verschwinden dabei hatte.
Wagen wurde
geblitzt
Außerdem haben bei der Durchsuchung des Hauses des Verdächtigen zwei
Leichenspürhunde angeschlagen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft,
Reinhard Hübner. Zudem war der Wagen des Mannes in unmittelbarer Nähe des
Leichenfundorts geblitzt worden.
Falschaussagen
des Verdächtigen
Belastet wird der 33-Jährige auch durch falsche Aussagen, die er vor dem
Explosionsunglück gemacht hat. Laut Polizei hatte er ausgesagt, dass er am Tag
von Julias Verschwinden mit seiner Frau zu Hause war. Die Auswertung von
Telefonverbindungen hatte aber ergeben, dass das Ehepaar zum fraglichen
Zeitpunkt miteinander telefoniert hat.
Mysteriöser
Tathergang
Den genauen Tathergang konnten die Ermittler jedoch noch nicht rekonstruieren.
Dazu brauchen sie die Aussage des Verdächtigen. Der 33-jährige Mann, ein
Nachbar von Julias Familie, liegt nach dem Explosionsunglück im Keller seines
Hauses immer noch mit schweren Verbrennungen in einer Kölner Spezialklinik und
ist nicht vernehmungsfähig.
80 Prozent
der Haut verbrannt
Weitere Details können aber nur vom Verdächtigen selbst gegeben werden. Dieser
hatte sich bei der Explosion in seinem Keller 80 Prozent seiner Haut verbrannt.
"Die Ärzte sehen eine Überlebens-Chance, sein Zustand ist aber nach wie
vor kritisch", sagt Ermittler Pfendesack. Daher sind sowohl die Motive der
Tat weiterhin unklar, als auch die Frage, ob der Verdächtige in seinem Keller
Beweismaterial verbrennen wollte oder einen Selbstmordversuch verübt hat.
Spaziergänger
fanden Handschuhe
Der Handschuhfund ist nach Angaben von Pfendesack von der Sonderkommission
Julia der Öffentlichkeitsarbeit zu verdanken. Ein Spaziergänger haben sie
bereits Mitte Juli in zwei Kilometer Entfernung vom Leichenfundort gefunden.
Eine Genuntersuchung habe mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu einer
Million ergeben, dass die Handschuhe von dem Verdächtigen getragen wurden.
LKA
untersucht noch
Das Auto des Verdächtigen sowie umfangreiches Material, das bei der
Wohnungsdurchsuchung mitgenommen wurde, werden zurzeit noch vom hessischen
Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden untersucht.
Der Mordfall
Julia
Chronik einer
Suche
Sieben Wochen
nach dem gewaltsamen Tod der achtjährigen Julia aus Biebertal bei Gießen ist der
Täter wahrscheinlich überführt. Alle Spuren deuten darauf hin, dass der 33
Jahre alte Nachbar das Kind getötet und verbrannt hat. Eine Chronologie der
Ereignisse:
29. Juni: Julia wird gegen 17.30
Uhr zum letzten Mal auf einem Spielplatz im Biebertaler Ortsteil Rodheim-Bieber
gesehen. Um 22.40 Uhr geben ihre Eltern bei der Polizei eine Vermisstenmeldung
auf. 100 Feuerwehrleute machen sich noch in der Nacht auf die Suche nach dem
Mädchen.
1. Juli: Julias Eltern
appellieren an einen möglichen Entführer, ihr Kind freizulassen.
3. Juli: Die Polizei bricht die
groß angelegte Suchaktion ergebnislos ab. In der Nacht wird in einem Wald bei
Niddatal rund 60 Kilometer von Julias Heimatort entfernt unter einem verbrannten
Holzstoß eine verkohlte Leiche entdeckt. Dem Obduktionsbericht zufolge handelt
es sich um ein sieben bis neun Jahre altes Mädchen mit blonden Haaren, das an
einem Schädelbruch gestorben ist. Endgültige Gewissheit soll eine DNA-Analyse
bringen.
5. Juli: Die Polizei gibt das
Ergebnis des Gentests bekannt: Julia ist tot. Ihr Erbgut stimmt mit dem der
gefundenen Leiche überein. Ein Verdächtiger wird nach seiner Vernehmung wieder
auf freien Fuß gesetzt.
9. Juli: Die Polizei geht
mittlerweile rund 800 Hinweisen nach. Gesucht wird auch nach einem dunklen
PKW-Kombi, den ein Zeuge am Abend der Entdeckung der Leiche in unmittelbarer
Nähe der Fundstelle gesehen haben will.
11. Juli: Julia wird in ihrem
Heimatort Rodheim-Bieber beigesetzt.
13. Juli: Der Fall wird in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY"
geschildert. Mehr als 100 neue Hinweise gehen ein.
29. Juli: Einen Monat nach dem
Verschwinden Julias hat die Polizei noch keine heiße Spur.
6. August: Ein 33 Jahre alter
Nachbar der Familie wird bei einer Benzinverpuffung in seinem Keller schwer
verbrannt. Wegen der räumlichen Nähe wird auch die Soko "Julia" in
die Brandermittlungen eingeschaltet. Haus und Garten werden durchsucht. Die
Polizei stellt außerdem an der Bundesstraße 45 Hinweisschilder auf, um nach
Zeugen der Leichenverbrennung zu suchen.
7. August: Die Polizei stellt am
Originalschauplatz die Verbrennung Julias nach, um zusätzliche Aufschlüsse über
den Tatablauf zu gewinnen. Sie glaubt, dass der Täter Brandwunden davon
getragen haben muss. Im hessischen Landeskriminalamt beginnen die Analysen des
angelieferten Materials. Die Polizei setzt ihre Durchsuchung des Anwesens in
Biebertal die nächsten Tage fort.
10. August: Die Polizei gibt
bekannt, dass der 33 Jahre alte Nachbar Julias auf einer Bundesstraße in der
Nähe des Fundorts der Leiche im Wald geblitzt wurde. Die Radarkamera erfasste
den dunkelgrauen Kombi des Mannes am späten Abend des 3. Juli, kurz bevor der
brennende Holzstapel mit der Mädchenleiche entdeckt wurde.
15. August: Die Polizei startet
eine neue Suchaktion in der Nähe des Leichenfundortes. Rund 100 Polizisten
suchen in Straßengräben, auf Wegen und in der Landschaft nach Gegenständen, die
der Täter möglicherweise weggeworfen oder verloren hat.
20. August: Pressekonferenz in Gießen. Staatsanwaltschaft und Polizei geben bekannt, dass sie den mutmaßlichen Mörder der kleinen Julia so gut wie überführt haben.