Mittelhessen: Verbrannte Kinderleiche gefunden 

Friedberg. Die Polizei hat in Mittelhessen eine verbrannte Kinderleiche gefunden. Möglicherweise handelt es sich dabei um die seit fünf Tagen vermisste Julia (Bild). Die Leiche entspricht Julias Alter und ihrer Haarfarbe. Der Fundort in Niddatal ist rund 60 Kilometer von Biebertal entfernt - dort war Julia am vergangenen Freitag zum letzten Mal gesehen worden. Gewissheit über die Identität der Leiche aber kann erst eine DNA-Analyse bringen, deren Ergebnis für Donnerstagmorgen erwartet wird. Die Leiche wies den jüngsten Ergebnissen der Obduktion zufolge starke Verletzungen am Kopf auf. Der Tod des Kindes sei auf diese Verletzungen zurückzuführen, hieß es.

 

[Fundort der Leiche]



In der Nacht zum Mitwoch hatte ein Radfahrer in einem Waldstück ein Feuer entdeckt und Polizei und Feuerwehr verständigt. Einer von mehreren Holzstapeln brannte. Bei den Löscharbeiten wurde der verbrannte Körper auf dem Holzstapel gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass sich der oder die Täter beim Anzünden des Holzstapels Brandverletzungen zugezogen haben oder die Kleidung versengt ist.

 

 

 

05.07.2001, 08:49
Vermisst
Julia - Ergebnisse der DNA-Analyse am Vormittag

Die Obduktion ergab bisher, dass die Tote sieben bis neun Jahre alt war.

Die Polizei wird unterdessen am Morgen die Spurensuche am Fundort der Leiche fortsetzen, wie ein Sprecher in Gießen am Morgen auf ddp-Anfrage mitteilte. Das Mädchen war Dienstagnacht bei einem brennenden Holzstapel in einem Waldstück entdeckt worden. Es starb an schweren Kopfverletzungen. Von dem Mörder des Kindes fehlt nach Polizeiangaben bislang noch jede Spur. Auch Zeugenberichte über Personen mit Brandverletzungen seien noch nicht eingegangen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Täter beim Anzünden des Holzes «mit hoher Wahrscheinlichkeit» verletzt hat.

Das Schicksal von Adelina aus Bremen bleibt derweil eine Woche nach ihrem Verschwinden ungewiss. Die Zehnjährige sei weiter spurlos verschwunden, berichtete die Polizei am Morgen. Adelina war zuletzt am vergangenen Donnerstagnachmittag von ihrem Urgroßvater in Bremen gesehen worden.

 

TRAURIGE GEWISSHEIT: JULIA IST TOT 

Gießen. Die achtjährige Julia ist tot. Eine DNA-Analyse hat ergeben, dass es sich bei der gefundenen Kinderleiche um Julia handelt. Ein Tatverdächtiger, den die Polizei festgenommen hatte, ist wieder auf freiem Fuß.

 


Mordfall Julia: Tatverdächtiger wieder auf freiem Fuß

Gießen. Im Mordfall der achtjährigen Julia aus Hessen hat sich der Tatverdacht gegen einen festgenommenen Mann nicht bestätigt. Er wurde am Nachmittag nach intensiven Vernehmungen auf freien Fuß gesetzt, wie die Staatsanwaltschaft Gießen mitteilte. Gegen den Mann habe ein "gewisser Tatverdacht" bestanden.

Julias Leiche war am Mittwoch gefunden worden. Erst der DNA-Test brachte die Gewissheit, dass es sich bei der Leiche um Julia handelte. Das Mädchen aus Biebertal bei Gießen starb an starken Verletzungen am Kopf. Ihre verbrannte Leiche war in der Nacht zum Mittwoch in einem Waldstück gefunden worden. Ein Fahrradfahrer hatte einen brennenden Holzstapel gesehen, unter dem die Polizei die Leiche fand.

Große Bestürzung herrschte nach der tragischen Nachricht über Julias Tod auch in ihrem Heimatdorf Biebertal. An einem Holzzaun an der Hauptstraße wurden Kerzen vor einem Bild des kleinen Mädchens aufgestellt. Die Menschen seien sehr aufgewühlt und es sei eine große Hilflosigkeit unter der Dorfbevölkerung zu spüren, sagte Gemeindepfarrer Günter Schäfer. Gerade bei den Eltern in der Gemeinde macht sich nun Unsicherheit und Angst breit. Kaum jemand lasse sein Kind von der Hand, so Schäfer.

Mit feinster kriminalistischer Arbeit müssen Experten nun anhand der am Tatort gefundenen Spuren ermitteln, um ein Täterprofil zu erstellen. Die Polizei hat inzwischen 50.000 Mark Belohnung für Hinweise ausgesetzt.

 

 

 

 

 

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