Polizei sucht nun auch mit Spürhunden nach Dennis 

Cuxhaven. Bei der Suche nach dem neunjährigen Dennis aus Osterholz-Scharmbeck tappt die Polizei noch immer völlig im Dunkeln. Mit Spürhunden und intensiver Aktenarbeit hofft die Polizei daher nun einen Hinweis auf den vermissten Jungen zu finden, der am Mittwoch vergangener Woche aus einem Schullandheim in Wulsbüttel (Kreis Cuxhaven) verschwunden war.

Während die Sonderkommission 'Dennis' am Wochenende Parallelen zu anderen Fällen von vermissten Kindern in Norddeutschland prüfte, sollen voraussichtlich am Montag so genannte Wasserortungshunde eingesetzt werden. Die speziell ausgebildeten Hunde können Leichen auch tief unter der Wasseroberfläche ausmachen und sollen die stehenden Gewässer im Umfeld des Schullandheimes absuchen. Der Einsatz der beiden Hundestaffeln ist für die Polizei eine der letzten Hoffnungen, dass das Verschwinden von Dennis doch keinen kriminellen Hintergrund hat.



"Abenteuerurlaub ist unwahrscheinlich"

Inzwischen schließt die Polizei offenbar nicht mehr aus, dass der Junge tot ist. "Wir hätten Dennis bei den bisherigen Suchaktionen gefunden, wenn er sich in dem Wald um das Heim aufgehalten hätte", sagte Polizeisprecher Detlev Kaldinski.

Es sei mittlerweile sehr unwahrscheinlich, dass der Junge das Schullandheim in Wulsbüttel (Bild) freiwillig zu einem "Abenteuerausflug" verlassen hat, sagte Kaldinski: "Die Umgebung des Heimes ist so dunkel, dass dort auch Erwachsene nachts nicht freiwillig herumlaufen." Auch der Aufruf der Polizei an Landwirte und Wochenendhausbesitzer, ihre Scheunen und Hütten erneut zu durchsuchen, blieb ohne einen konkreten Hinweise auf den Jungen.

 

Polizei veröffentlicht neue Fahndungsskizze

 

 

Osterholz-Scharmbeck (dpa) - Bei der Suche nach dem Mörder des neunjährigen Dennis aus Osterholz-Scharmbeck bei Bremen setzt die Polizei auf eine neue Fahndungsskizze. Das am Freitag, einen Tag nach der Beerdigung des Jungen, veröffentlichte Bild zeigt die schwarze Lederkleidung eines Mannes.

Dieser soll 1999 einen Jungen im Schullandheim in Wulsbüttel (Kreis Cuxhaven) sexuell missbraucht haben. Aus diesem Heim war Anfang September Dennis verschwunden. Zwei Wochen später wurde seine Leiche 40 Kilometer entfernt gefunden.

Mit der Veröffentlichung der Skizze nannten die Fahnder erstmals Details zu einem der Fälle sexuellen Missbrauchs, die es in Wulsbüttel 1995 und 1999 gegeben haben soll. Demzufolge soll ein maskierte Täter 1999 einen Jungen nachts geweckt und aus seinem Zimmer gelockt haben. Nachdem er den Jungen misshandelt hatte, habe er ihn durch Drohungen eingeschüchtert.

Auf Grund des Tathergangs vermuten die Ermittler Parallelen zum Fall Dennis. Der Neunjährige war unter ungeklärten Umständen in der Nacht zum 5. September verschwunden. Seine fünf Zimmerkameraden bemerkten nichts. Dennis wurde erstickt. Die Ermittler schließen ein Sexualdelikt nicht aus. Die Polizei plant zudem Anfang nächster Woche eine Flugblattaktion.

Die 40 Ermittler der Sonderkommission 'Dennis' prüfen auch mögliche Zusammenhänge zum Verschwinden der kleinen Adelina aus Bremen. Dort sucht die SoKo nach einer Frau, die am 29. Juni, einen Tag nach dem spurlosen Verschwinden Adelinas, in der Ortschaft Wildemann im Harz mit einem zehn Jahre alten Mädchen gesehen wurde. Das Kind soll 'eine gewisse Ähnlichkeit' mit der Vermissten gehabt haben.

 

 

 

 

Abschied von Dennis: Mehrere hundert Trauergäste bei Beerdigung

 


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sterholz-Scharmbeck (dpa) - Mehrere hundert Trauergäste haben am Donnerstag Abschied von dem ermordeten Dennis genommen. Freunde, Schulkameraden und Angehörige kamen zur Trauerfeier in die Kirche 'Zum Heiligen Kreuz' in Werschenrege bei Bremen.

Viele brachten Blumen und Briefe an den Sarg des Neunjährigen. Sie trugen sich vor dem kleinen Backsteinbau in die Kondolenzlisten ein, um dann in der Kirche Abschied zu nehmen. 'Wir werden Dennis nicht vergessen', sagte Pastorin Anke Diederichs. Im Anschluss an die Trauerfeier sollte der Junge aus Osterholz-Scharmbeck im engsten Familienkreis auf dem benachbarten Friedhof beigesetzt werden.

Auch am Tag der Beerdigung ging die Suche nach dem Täter weiter. Eine heiße Spur hatte die Polizei auch drei Wochen nach dem rätselhaften Verschwinden des Jungen nicht. Dennis war in der Nacht zum 5. September aus einem Schullandheim in Wulsbüttel im Kreis Cuxhaven verschwunden. Am Mittwoch vergangener Woche entdeckte ein Pilzsammler die Leiche des Jungen. Kaum bekleidet lag sie in einem Gebüsch bei Zeven im Kreis Rotenburg/Wümme - rund vierzig Kilometer von dem Heim entfernt. Dennis wurde erstickt.

 

 

 

 

© dpa - Meldung vom 27.09.2001 13:35 Uhr

 

 

 

 

 

Polizei gibt Ermittlungsfehler im Fall Dennis zu

 

 

Bremen/Osterholz-Scharmbeck (dpa) - Die Bremer Polizei hat im Zusammenhang mit dem Mordfall Dennis Ermittlungsfehler eingeräumt. Nach einem Fall von Kindesmissbrauch im Schullandheim Wulsbüttel im Kreis Cuxhaven sei der Tatort nicht untersucht worden, teilte die Polizei am Montag mit.

Zudem hätten die Ermittler aus taktischen Gründen nicht sofort die Heimleitung informiert. Auch eine spätere Information sei unterblieben. 'Dies ist leider nicht geschehen', heißt es in einer Erklärung der Bremer Polizei.

Der NDR-Hörfunk hatte von 'schlampig geführten Ermittlungen' berichtet. Neben der fehlenden Information der Heimleitung hätten die Bremer Behörden erst nach dem Mord an Dennis eine Phantomskizze des Sexualtäters in schwarzer Lederkleidung anfertigen lassen.

Der neunjährige Junge war Anfang September unter mysteriösen Umständen aus dem Schullandheim verschwunden. Suchaktionen blieben erfolglos. Am 19. September hatte ein Pilzsammler zufällig die nur mit einer Unterhose bekleidete Leiche entdeckt. Sie lag in einem Gebüsch nahe Zeven (Kreis Rotenburg/Wümme), 40 Kilometer von dem Schullandheim entfernt. Der Junge war erstickt worden.

Nach Bremer Polizeiangaben war 1999 ein achtjähriger Junge nachts aus dem Schlafraum des Schullandheims getragen und in einem anderen Raum missbraucht worden. Der Junge hatte sich erst im September 2000 seinen Eltern anvertraut. Das Polizeikommissariat in Bremerhaven habe auf die Spurensuche am Tatort verzichtet. Ein verdächtiger Mann sei im Juli 2001 erfolglos überprüft worden. Da sich Ermittlungen auch gegen Personen mit Kontakt zu dem Heim richteten, sei dessen Leitung nicht informiert worden. 'Dies hätte ohne Gefahr für weitere Maßnahmen erfolgen können', räumte die Polizei jetzt ein.

Unterdessen sucht die Polizei mit einer Plakataktion und Flugblättern nach neuen Hinweisen an der Strecke, die der Mörder von Dennis auf dem Weg von Wulsbüttel nach Zeven genommen haben könnte. Die 40-köpfige Sonderkommission überprüft rund 500 Hinweise, sagte ein Sprecher. Eine heiße Spur sei nicht dabei. Ein Hinweis führt auch zu einem Schullandheim in Hepstedt bei Zeven. Dort sollen 1992 in einer Nacht fünf Jungen gequält worden sein.

 

 

 

 

 

© dpa - Meldung vom 01.10.2001 18:43 Uhr

 

 

 

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