Jena (dpa) - Bei der Aufklärung des gewaltsamen Todes der
zehnjährigen Desiree aus Jena in Thüringen hatten die Ermittler
am Dienstag noch keine heiße Spur. «Wir werten alle Hinweise,
Spuren und Informationen zu diesem Verbrechen aus und versuchen,
daraus Rückschlüsse auf den Täter zu ziehen», sagte der
Leitende Jenaer Oberstaatsanwalt Thomas Riebel.
Die Ermittlungen konzentrierten sich darauf, den Weg des Mädchens
und seine letzten Minuten vor dem Tod zu rekonstruieren. Nach dem
vorläufigen Obduktionsergebnis könnte das Kind erstickt worden
sein, da seine Atemwege verschlossen waren. Äußere Verletzungen
waren zunächst nicht erkennbar.
«Es wird wahrscheinlich noch einige Tage dauern, bis uns die
Mediziner ein rundes Bild von der Todesursache liefern können»,
sagte Riebel. Die Staatsanwaltschaft hält auch ein
Sexualverbrechen für möglich, obwohl die Obduktion der Leiche
bisher keinen Hinweis darauf erbrachte.
Desiree war am Samstag zum Inline-Skaten aus dem Haus gegangen,
aber nicht wieder zurückgekommen. Nach einer erfolglosen
Suchaktion von Polizei und Feuerwehr fand eine Spaziergängerin
das tote Kind am Sonntag in einem Gebüsch am Bahndamm der Strecke
Jena-Saalfeld. Polizeibeamte hätten in der benachbarten Siedlung,
wo das Elternhaus des Kindes steht, am Montag viele Informationen
zusammengetragen, berichtete Riebel. «Wir suchen noch Zeugen, die
Desiree am Samstagnachmittag beim Inline-Skating und danach
gesehen haben», sagte er.
Spekulationen über einen Serienmörder wiesen die Ermittler
zurück. «Es gibt weiterhin keinen Zusammenhang zu anderen ungeklärten
Fällen, bei denen Kinder in Thüringen getötet wurden», sagte
der Oberstaatsanwalt.